Der Große Arber

30. März 2011

Die höchste Erhebung im Bayerischen Wald ist der Große Arber. Hier erhebt sich die Mittelgebirgslandschaft bis auf 1455 Meter Höhe, was den Großen Arber zum höchsten Berg Niederbayerns macht.
Teile des Berges befinden sich im Regierungsbezirk Oberpfalz, was ihn auch zur höchsten Erhebung dieser bayerischen Region macht.
Als einziger Berg hier erreicht der Arber übrigens die Baumgrenze, Folge ist sein recht auffälliger waldfreier Gipfelbereich.
Der Große Arber liegt dicht an der bayerisch-böhmischen Grenze, wodurch der Gipfel im Kalten Krieg zu strategischer Bedeutung kam. Mit zwei markanten Radarkuppeln wird bis heute der Flugverkehr durch die NATO im ehemaligen Ostblock überwacht. Naturschutzorganisationen protestierten in den 80er Jahren massiv gegen die Errichtung dieser Anlagen, konnten sie jedoch nicht verhindern.
Trotz dieser optischen Beeinträchtigungen ist der Große Arber sommers wie winters ein beliebter Ausflugsgipfel mit phantastischer Rundumsicht.
Im Sommer eignet sich das „ArberLand“ vor allem zum Wandern und Radfahren. Sehr schöne Wanderwege führen von der Talstation der Gondelbahn oder vom Talort Bayerisch Eisenstein zum Gipfel. Von der Talstation erreicht man den Gipfel so zum Beispiel in 1,5 bis 2 Stunden. Andere Wege führen vorbei an den Rißlochwasserfällen oder am Großen Arbersee – allesamt sehenswerte Stationen auf einer Wanderung rund um den Großen Arber.
Inzwischen ist der Arber auch eine beliebte Wintersportregion. Mehrere Skipisten und Skilifte sorgen für Abwechslung bei der Abfahrt und für Komfort beim Wintersport im Bayerischen Wald. Die Skisaison dauert hier meistens bis Anfang April, aber auch wer nicht so sportlich ist und einfach nur die Winterlandschaft genießen will, ist am Arber richtig. Die Gondelbahn und die Gastronomie am Gipfel sind auch bei Nicht-Skifahrern beliebte Einrichtungen bei einer Winterwanderung am Arbergipfel.

Geologie des Bayerischen Waldes

07. Januar 2011

Die Böhmische Masse, auch als Böhmisches Massiv bezeichnet, ist das alte geologische Rumpfgebirge in Bayern und Tschechien sowie in Teilen Ober- und Niederösterreichs und ein Teil der so genannten Europäischen Mittelgebirgsschwelle. Den Südwestrand dieser Böhmischen Masse stellt der Bayerische Wald dar. Nördlich findet er seine Fortsetzung mit dem Oberpfälzer Wald, dem Erzgebirge und den Sudeten. Der parallel zu ihm verlaufende Böhmer Wald ist ihm jedoch geologisch ähnlicher. Ein Teil der Böhmer Waldes liegt noch auf deutschem Territorium und wird umgangssprachlich dem Bayerischen Wald zugerechnet.

Der Bayerische Wald ist die Wurzelzone eines Gebirges aus dem Altpaläozoikum. Nach vielen Phasen der Metamorphose und Deformation wurden die meist sedimentären Ausgangsgesteine in Millionen von Jahren in die Gneise der heutigen Zeit umgewandelt. Im Frühperm und Karbon durchdrangen mächtige Granitkörper die Gneise. Die sich etwa 150 km hinziehende Störung des Pfahles teilt das Gebirge geologisch in etwa zwei gleich große Teile. Südlich des Pfahles trifft man eher Migmatite und Granite an, nördlich hauptsächlich Gneise.

Zwischen Passau und Regensburg ist ein deutlicher Höhenunterschied (etwa 800 m auf nur wenigen Kilometern) zu beobachten. Dieser wird durch das Vorhandensein des Donaurandbruches verursacht. Die Donauebene liegt dabei etwa 300 m hoch und die höchsten Erhebungen des Vorwaldes über 1100 m. Die Flüsse Donau und Inn schufen sich hier tiefe Einschneidungen.

Wenn man bedenkt, dass Millionen von Jahren durch erosive Prozesse das Böhmische Massiv und seine geologischen Nachfolger auf etwa die Hälfte abgeschliffen und abgeflacht haben, mag man sich vorstellen, welche wilde geologische Landschaft hier einst existiert hat. Die Eiszeiten taten ein Übriges, um mit Ihren sich in der Höhe ausbildenden Gletschern die schroffe Gebirgsformation flach zu schleifen. Viele Endmoränen zeugen noch heute von der Tätigkeit jener Gletscher.