Geologie des Bayerischen Waldes

Die Böhmische Masse, auch als Böhmisches Massiv bezeichnet, ist das alte geologische Rumpfgebirge in Bayern und Tschechien sowie in Teilen Ober- und Niederösterreichs und ein Teil der so genannten Europäischen Mittelgebirgsschwelle. Den Südwestrand dieser Böhmischen Masse stellt der Bayerische Wald dar. Nördlich findet er seine Fortsetzung mit dem Oberpfälzer Wald, dem Erzgebirge und den Sudeten. Der parallel zu ihm verlaufende Böhmer Wald ist ihm jedoch geologisch ähnlicher. Ein Teil der Böhmer Waldes liegt noch auf deutschem Territorium und wird umgangssprachlich dem Bayerischen Wald zugerechnet.

Der Bayerische Wald ist die Wurzelzone eines Gebirges aus dem Altpaläozoikum. Nach vielen Phasen der Metamorphose und Deformation wurden die meist sedimentären Ausgangsgesteine in Millionen von Jahren in die Gneise der heutigen Zeit umgewandelt. Im Frühperm und Karbon durchdrangen mächtige Granitkörper die Gneise. Die sich etwa 150 km hinziehende Störung des Pfahles teilt das Gebirge geologisch in etwa zwei gleich große Teile. Südlich des Pfahles trifft man eher Migmatite und Granite an, nördlich hauptsächlich Gneise.

Zwischen Passau und Regensburg ist ein deutlicher Höhenunterschied (etwa 800 m auf nur wenigen Kilometern) zu beobachten. Dieser wird durch das Vorhandensein des Donaurandbruches verursacht. Die Donauebene liegt dabei etwa 300 m hoch und die höchsten Erhebungen des Vorwaldes über 1100 m. Die Flüsse Donau und Inn schufen sich hier tiefe Einschneidungen.

Wenn man bedenkt, dass Millionen von Jahren durch erosive Prozesse das Böhmische Massiv und seine geologischen Nachfolger auf etwa die Hälfte abgeschliffen und abgeflacht haben, mag man sich vorstellen, welche wilde geologische Landschaft hier einst existiert hat. Die Eiszeiten taten ein Übriges, um mit Ihren sich in der Höhe ausbildenden Gletschern die schroffe Gebirgsformation flach zu schleifen. Viele Endmoränen zeugen noch heute von der Tätigkeit jener Gletscher.

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